Die Prasserei, Kirchberg an der Raab

Auch diesmal geht es wieder auf’s Land, genauer gesagt nach Kirchberg an der Raab. Dort hat vor kurzem Die Prasserei ihre Pforten geöffnet. Im Internet rührt das Lokal die Werbetrommel erfolgreich und hat mein Interesse geweckt. Also haben wir der Prasserei einen Besuch abgestattet und im sehr schönen Gastgarten Platz genommen.

Auf der Schaukelbank (!) lässt es sich am Abend sicher gemütlich Cocktails schlürfen. Das Glasdach ist mit Solarzellen gespickt, daher der interessante Schattenwurf im Gastgarten – sehr durchdacht! Und so wirkt auch das ganze Konzept der Prasserei, von der Einrichtung bis hin zur Karte.

Da wir zu Mittag dort waren, ließen wir die Cocktails aber besser bleiben und nahmen an einem normalen Tisch Platz. Unter der Woche gibt es Mittagsmenüs. Wir waren an einem Samstag dort und konnten daher aus den “Glorreichen Sieben” wählen, wie sie in der Speisekarte genannt werden. Für ein Lokal am Land lässt das schon erahnen, dass die Speisenauswahl sehr klein ist. Aber das ist in Ordnung, denn das Gebotene klingt durchaus fein, wenn auch die typischen Gasthausklassiker hier fehlen. Aber das ist ja nichts Schlechtes. Der einzige Klassiker auf der Karte ist das Schnitzel vom Vulkanlandschwein.

Das sah nicht nur gut aus, sondern war es auch. Meine Mama, die eine durchaus kritische Esserin ist, war begeistert und meinte, dass man kein bisschen Frittierfett oder Öl geschmeckt hat, sondern nur pures Schnitzel. Die Portion war auch ordentlich. Dazu hatte sie einen gemischten Salat.

Der sah auch richtig gut aus.

Mein Freund aß als Vorspeise die Suppe des Tages, eine Kürbiscremesuppe.

Die war sensationell. Sie war sehr cremig und es waren Kürbiskerne drinnen. Definitiv eine der besten Suppen, die ich jemals gegessen habe.

Mein Freund und ich hatten als Hauptspeise den Pulled Pork Burger mit Krautsalat und, wenn ich mich richtig erinnere, Käferbohnen-Mousse.

Mit Der Prasserei hat jetzt auch am Land das Hipstertum Einzug gehalten, wie man an der Art der Anrichtung auf dem fliesenartigen Teller, mit den Pommes im Küberl, gut erkennen kann. Das Pulled Pork war sehr zart, der Coleslaw gut abgeschmeckt. Vom Käferbohnen-Mousse hätte ich jetzt allerdings nichts bemerkt. Der Käse hätte ein bisschen zerronnener sein können. Das Brioche-Weckerl war mir persönlich etwas zu cross angetoastet. Daher war der Burger etwas schwierig zu essen. Das tat aber dem wirklich ausgezeichneten Geschmack keinen Abbruch. Der Knoblauchdip war ebenfalls wirklich gut – nicht zu knoblauchig, aber auch nicht zu wenig. Die Pommes waren schön knusprig. Die ganze Portion war, wie man vielleicht erahnen kann, wirklich groß.

Obwohl wir eigentlich schon sehr satt waren, musste an diesem heißen Tag einfach noch ein Eis sein – zu mal auch das Eis, wie fast alles auf der Speisekarte – aus der Region kommt. Es war Eis von Valentino. Ich hatte den Coupe Dänemark.

Die Portion war ebenfalls nicht klein. Die Erdbeeren waren ein netter Touch, ebenso das lange Schokoröllchen. Die Sauce war leider, so wie fast überall, nicht selbstgemacht. Trotzdem war ich alles in allem zufrieden.

Mein Freund hatte ein gemischtes Eis und kostete sich durch exotischere Sorten. Er hatte unter anderem eine Kugel weiße Schokolade mit Pistazien, die wirklich sensationell gut war. Auch meine Mama war vom Eis begeistert.

Fazit: Die Prasserei ist ein für diese Gegend neuartiges Lokal, das mit seiner Speisekarte viel Mut beweist, in dem es – bis auf das Schnitzel – komplett auf die Klassiker der Wirtshausküche verzichtet. Trotzdem wird auf Regionalität gesetzt. Das von uns Gegessene war durch die Bank sehr gut. Die Kürbiscremesuppe verdient 10 Punkte. Das Personal war sehr freundlich und flott. Die Prasserei liegt sehr zentral im Zentrum des Ortes, im neu angelegten Kirchpark und punktet mit seiner Vielseitigkeit  – tagsüber als Restaurant, abends als Pub und Veranstaltungsort. Das hat unserer Gegend – denn ich bin ja ursprünglich aus dieser Gegend – durchaus gefehlt!

Meine völlig subjektive Bewertung: 8 von 10 Schaukeln

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