Unterm goldenen Dachl, Graz

Unterm goldenen Dachl… Als ich vor ungefähr 24 Jahren in Graz zu arbeiten begonnen habe, bin ich sehr oft am Goldenen Dachl vorbei gegangen und war auch oft in der Nähe Mittag essen, habe es aber nie ins Goldene Dachl geschafft. Das habe ich jetzt nachgeholt – und ich bereue, dass es so lange gedauert hat, bis ich es dorthin geschafft habe. Denn das Dachl ist definitiv einen Besuch wert.

Ich komme ja vom Land und liebe alte Dorfgasthäuser. Das habe ich, glaube ich, schon bei der Besprechung der Geidorfstub’n erwähnt. Wenn man das Dachl betritt, steht man in einem alten Dorfgasthaus. Auch hier dunkles Holz, auch hier reichlich Patina und Geschichte. Stammgäste, die an den Tischen verteilt sind und einen sofort ein bisschen ins Gespräch involvieren. Hier wurde seit den 70ern nichts großartig verändert, nehme ich an. Und das finde ich gut. Jede Stadt braucht diese urigen Refugien.

Hier ein Foto aus der Weinstube, wo wir an diesem Abend gespeist haben:

Das Personal ist sehr freundlich. Teilweise hat’s an diesem Abend ein bisschen gedauert, bis wir unsere Getränke bekommen haben, und ein Essen wurde leider falsch gebracht. Das Schweinsschnitzel wurde zu Schweinsmedaillons. Die Kellnerin hat aber überaus freundlich darauf reagiert, sich mehrmals dafür entschuldigt und hätte das Gericht zurückgenommen und stattdessen das Schnitzel gebracht. Dieses Angebot haben wir nicht in Anspruch genommen – und die Schweinsmedaillons waren exzellent. Sie waren auf den Punkt gebraten und richtig saftig. Woher ich das weiß? Weil ich einen Grillteller bestellt habe und dort auch eines drauf war:

Der Grllteller war gut. Er wurde allerdings komplett ohne Sauce serviert, was ungewöhnlich war. Dafür war die Kräuterbutter sehr gut. Das Gemüse hat bei mir Packerlverdacht, war aber trotzdem sehr gut, vor allem nicht zu hart und nicht zu weich. Ein Stück Rindfleisch habe ich auch vermisst, muss ich ehrlich zugeben. Aber wie gesagt: Alles in allem war er sehr gut.

Als Vorspeise aßen manche unserer Gruppe eine Leberknödelsuppe. Die war angeblich ebenfalls sehr gut, und der Knödel hatte ein gutes Leber-Semmel-Verhältnis. Die anderen bestellten Hauptspeisen an meinem Tisch waren Steinpilzgnocchi, die angeblich auch gut waren, und ein Spezialsalat, der auch sehr gut aussah. Das war ein Salat mit gegrillten Fleischstücken daneben, wenn ich das richtig gesehen habe. Den werde ich sicher einmal ausprobieren. Die Portionen waren von der Größe her genau richtig: Man war angenehm satt.

In einer Rauchpause ging es an den Tresen und was ich da sah, ließ mein Herz endgültig für das Dachl schlagen: Die Polizei stand am Tresen und hielt ein Tratscherl mit dem Wirt. Das machte das Dorffeeling für mich komplett – mit der Ausnahme, dass die Polizisten in Graz im Gasthaus anscheinend keinen Spritzer trinken 😉

Nach dem Essen ließen sich meine Begleiter noch einen Schnaps schmecken und wurden überaus liebenswert und ausführlich vom Chef des Hauses beraten, der uns an einigen guten Tropfen schnuppern ließ. Geworden ist es dann die alte Zwetschge vom Gölles. Ich hätte den ja auch gerne ausprobiert, musste aber leider mit dem Auto fahren. Und wenn ich mit dem Auto fahr, trink ich nix.

Die Zwetschke hatte einen stolzen Preis, war aber angeblich sehr gut.

Fazit: Unterm goldenen Dachl ist es wirklich gut speisen. Wir werden dem Gasthaus sicher noch öfters einen Besuch abstatten. Ich werde sicher auf meinem Instagram-Account von den weiteren Besuchen berichten. Der Link findet sich übrigens oben im Header – einfach auf’s Symbol klicken. Folgen Sie mir auch dort!

Meine völlig subjektive Bewertung: 8 von 10 Schnapskarten – denn ich bin mir ganz sicher, dass dort viel Karten gespielt wird.

 

 

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