Das große Holland-Special, Tag 3

Nach unserem Tag in Eindhoven machten wir uns um die Mittagszeit mit dem Zug wieder auf den Rückweg nach Amsterdam, wo wir unsere Reise noch gemütlich ausklingen ließen.

Diesmal waren wir in einem Hotel, das näher am Zentrum liegt – dem The Alfred Hotel. Es ist gut mit der Straßenbahn erreichbar, in wenigen Gehminuten ist man beim Rijksmuseum. Die Gegend ist ruhig und eher ein Wohnviertel. Wir sind auch hier viel spaziert und ich fand’s dort sehr nett.

Als wir im Hotel ankamen, hatten die Damen an der Rezeption schon einen anstrengenden Tag. Sie waren noch immer sehr freundlich, aber es war ihnen klar anzumerken, dass sie schon viel mitgemacht haben. Wir kamen an einem Sonntag an – ich nehme an, dass unserer Ankunft viele nerivge Auszüge vorher gingen. Das The Alfred Hotel ist im Vergleich zum Crown Hotel Eindhoven und zum Motel One definitiv kleiner und gehört – zumindest auf den ersten Blick – keiner Kette an.

Unser Zimmer war im 5. Stock.

Das Zimmer war groß und sauber. Wie man sehen kann, gab es eine Balkontür, durch die man auf eine Dachterasse hätte gehen können. Aber leider waren die Tür und auch das Fenster versperrt.

Das Bett war in Ordnung. Ich fand die Nische sehr gemütlich. Aber es gab natürlich auch Mankos.

Es waren zwei getrennte Matrazen, was ich persönlich nie gut finde. Außerdem gab es keine Ablagemöglichkeiten außer einer Leiste oberhalb des Bettes, auf dem gerade das Handy Platz hatte.

Gegenüber vom Bett war der Fernseher auf einem Schreibtisch, auf dem auch eine Nespresso-Maschine stand. Ich habe anscheinend komplett vergessen, ein Foto davon zu machen, was mir wirklich leid tut.

Vom Design her stank das Zimmer gegen die beiden oben genannten Hotels definitv ab, aber man war bemüht. Als Thema ließ sich am ehesten Industrial Design vermuten. Zumindest ein Regal war sehr kreativ.

Dann hatten wir noch einen großen Spiegel.

Einen Kampf hatten wir mit der Heizung bzw. der Klimaanlage. Als wir ankamen, war es viel zu kalt. Also stellten wir sie auf ca. 25 Grad. Als wir von unserem Stadtspaziergang zurückkamen, hatten wir aber sicher 30 Grad im Zimmer und sind fast gestorben, weil wir kein Fenster öffnen konnten. Die waren ja leider zugesperrt. Wir schafften es nicht, das Ding auf eine angenehme Temperatur einzustellen. Aber gut – wir blieben ja nur eine Nacht. Von daher war es kein so großes Problem.

Das Bad sah auf den ersten Blick gut aus.

Das Waschbecken war auch hier schön stylisch. Die Dusche war eine Regendusche.

Wie man am Foto erkennen kann, hatte die Dusche keine Tür. Das sieht zwar gut aus, war aber sehr unpraktisch. Unweigerlich überschwemmte man das ganze Bad. Da die Dusche gleich nach der Tür noch vor dem WC kam, war es nach dem Duschen unmöglich, trockenen Fußes zum WC zu gelangen. Also mussten wir mit unseren Handtüchern gleich nach dem Duschen den ganzen Boden trocken legen. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt ist es daher nicht möglich, die Handtücher öfter als einmal zu benutzen. Das fand ich vom Umweltschutzgedanken her sehr schade. Dafür waren Seife und Duschbad in Spendern, was wieder gut war. Alles in allem war das Bad auf den ersten Blick sehr schön, auf den zweiten aber leider sehr unpraktisch. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, Dusche und WC vom Platz her zu tauschen oder in eine Duschkabinentür zu investieren –  zumal die Eingangstür und der Türstock durch die Nässe auch schon leicht angegriffen waren.

Da das Hotel näher am Zentrum ist, ist das Publikum auch etwas anders als im Motel One. Hier wird von den Gästen regelmäßig vor dem Hotel gekifft, was zu lustigen Erlebnissen im Lift führen kann. Zum Beispiel trafen wir ein älteres italienisches Pärchen, das völlig verstrahlt zuerst vor dem Schoko-Automaten und dann vor dem Lift stand. Im Lift nahmen die beiden wohwollend zur Kenntnis, dass wir in den 5. Stock wollten und kamen erst im 1. Stock drauf, dass der 3. Stock vielleicht doch besser für sie wäre. Also drückten wir für sie auf den Knopf für den 3. Stock. Dann waren sie wirklich verwirrt, weil sie italienisch geredet und wir sie verstanden hatten. Danach waren sie schweighaft bemüht, gerade dazustehen 🙂 Alleine die Existenz des Schoko-Automaten in der Lobby des Hotels spricht schon Bände.

Fazit: Das The Alfred Hotel ist in Ordnung. Das Zimmer war sauber und freundlich, aber es wäre noch Feinjustierung notwendig. Die Dusche und die bockige Klimaanlage fand ich wirklich nervig. Auch die getrennten Matratzen waren nach den königlichen Betten der Vornächte ein eindeutiger Abstieg. Das Personal an der Rezeption war sehr freundlich. Das Frühstück haben wir nicht ausprobiert. Der Preis der Übernachtung war durchaus günstig. Wir haben 70,88 Euro für das Doppelzimmer gezahlt, was nicht nur für holländische Verhältnisse sehr billig ist.

Meine völlig subjektive Bewertung: 6 von 10 Überschwemmungen

Natürlich haben wir auch gegessen in Amsterdam. Nach einem langen Spaziergang haben wir einen Imbiss in der Foodhall eines Einkaufszentrums zu uns genommen. Dort gab es einiges im Angebot. Letztendlich haben wir uns für das Lios entschieden, das “Greek Street Food”, sprich Gyros, im Angebot hatte.

Man bestellt am Tresen und wie es mittlerweile so üblich ist, bekommt man einen Buzzer.

Da wir aber direkt am Tresen saßen, hätten wir das Ding eigentlich gar nicht gebraucht.

Ich hatte den Pork Wrap, also ein klassisches Gyros, zum stolzen Preis von 9,45 Euro, zu sehen links im Bild. Rechts seht ihr den Octopus Wrap zum Preis von 12,45 Euro. Auch das nicht gerade günstig.

Das Gyros war gut. Das Fleisch war gut gewürzt und saftig. Die Portion war auch recht ordentlich. Aber 9.45 Euro fand ich dafür dann doch recht heftig. Wie man sieht, war der Octopus Wrap weniger gut gefüllt. Laut meinem Freund war er sehr gut. Aber auch hier ist der Preis fraglich. Aber gut: Wer in einer Streetfood Hall isst, ist selber schuld 😉

Fazit: Ich war begeistert vom Leitspruch des Lokals, der auch auf den Shirts der Angestellten steht: You won’t like me when I’m hungry. Das Gyros war guter Standard, aber der Preis doch sehr gesalzen.

Von daher meine völlig subjektive Bewertung: 6 von 10 Paprika

Am Abend waren wir dann natürlich auch noch essen. Nachdem wir den Leidseplein und die umliegenden Gassen erkundet hatten, entschieden wir uns letztendlich für das Royal Thai. Wir wollten eigentlich in ein Steakhouse gehen. Als wir die Speisekarte des Restaurants, die draußen auflag, anschauten, kam aber sogleich ein sehr aufdringlicher Kellner heraus, der uns dann auch gleich das teuerste Gericht der Karte ans Herz legte. Und schon gingen wir weiter. Denn was wir beide nicht mögen, sind Keiler vor oder aus Restaurants, die einen von der Seite her ansprechen.

Ich entschied mich dann für das Royal Thai – und das war kein Fehler. Das Ambiente war sehr schön, das Personal wirklich sehr freundlich.

Ich hatte als Vorspeise Rollen mit Shrimps, glaub ich.

Also definitiv Röllchen, wie man sehen kann. Aber ich weiß jetzt ehrlich gesagt wirklich nicht mehr, mit welcher Füllung. Gut waren sie auf jeden Fall. Mein Freund hatte als Vorspeise die Satay-Spieße.

Die Portion war ordentlich, wie man sehen kann. Die Erdnuss-Sauce war wirklich sensationell gut – zum Reinlegen!

Bei der Hauptspeise wählte ich, ganz klassisch, das Pad Thai.

Das war auch sehr gut. Nicht trocken, die Konsistenz gut. Fleisch und Shrimps waren ausreichend vorhanden. Interessant fand ich, dass dazu auch Reis gereicht wurde. Das kannte ich so bislang noch nicht.

Der Reis kam übrigens für uns beide in einem riesigen silbernen Topf.

Die Idee fand ich ganz gut. Da drin bleibt er schön warm und man muss Reis, der übrig bleibt, nicht wegwerfen. Ich hätte zu meinem Pad Thai eigentlich keinen Reis genommen, aber die Kellnerin teilte ihn auch mir auf meinem Teller aus.

Mein Freund bestellte ein grünes Curry.

Das war auch sehr gut – ich hab natürlich gekostet. Die Schärfe war angenehm und das Curry an sich wirklich sehr geschmackvoll.

Fazit: Im Royal Thai ist’s gut essen. Das Ambiente ist stilvoll, das Personal sehr nett. Das Essen war auch sehr gut. Hat alles gepasst. Das Essen war natürlich teurer als bei uns, aber für Amsterdamer Verhältnisse und für die Qualität der Speisen war der Preis durchaus angemessen. Die Rollen kosteten 6-7 Euro, die Satay-Spieße kosteten 6,50 Euro. Das Pad Thai lag bei 16,90 Euro, das grüne Curry bei 18,50 Euro.

Meine völlig subjektive Bewertung: 8 von 10 Silbertöpfen

Und schon war unsere Reise vorüber. Am nächsten Tag brachte uns KLM gut wieder nach Graz retour. Nächste Woche geht’s dann wieder in gewohnter Manier weiter – bis die nächste Reise ein neues Special erfordert. Schauen wir, wo es mich da hinführen wird 🙂

 

 

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