Haus Kimen, Insel Cres, Kroatien

Im Sommerurlaub ging es ans Meer. Einmal Meer im Jahr muss sein, sonst werde ich trübsinnig. Ich weiß, dass klingt theatralisch. Aber es ist so. Und es wird noch dramatischer: Wenn wir auf dem Weg sind und ich sehe das Meer dann zum ersten Mal, schießen mir die Tränen in die Augen, weil es einfach so schön ist. Und wenn dann der letzte Tag des Urlaubs da ist und wir wieder nach Hause fahren, sitze ich mit verrenktem Hals im Auto, um so lange wie möglich noch einen Blick aufs Meer zu haben. Und wenn es dann endgültig aus meinem Blickwinkel weicht, schleichen sich wieder Tränen in meine Augenwinkel. Dumm, ich weiß. Aber ich kann nichts dagegen machen.

Heuer führten uns unsere Wege wieder nach Kroatien, diesmal allerdings an eine für uns neue Destination – auf die Insel Cres. Die Anfahrt von der Fähre zu unserer Unterkunft in der Stadt Cres war recht abenteuerlich. Zuerst ist die Straße noch relativ breit, danach wird sie aber doch recht schmal, da die Gegend sehr felsig ist. Die Landschaft ist wunderschön. Es wird spannend, wenn einem auf dieser Straße ein Wohnmobil oder Bus entgegen kommt. Zahlreiche abgerissene Außenspiegel am Straßenrand können ein Lied davon singen. Beim Zurückfahren hatten wir unsere Abfahrtszeit so gewählt, dass uns nicht der ganze Verkehr der ankommenden Fähre entgegen kommt, was gut geklappt hat.

Nach einer kurzen Irrfahrt in der Stadt Cres haben wir dann das Hotel Kimen gefunden. Unser Navi hat uns da etwas in die Irre geleitet. Das Hotel liegt sehr schön nur ca. hundert Meter vom Meer entfernt. Es ist von hohen Pinien umgeben und daher vom Meer aus gar nicht zu sehen. Wir waren nicht direkt im Hotel untergebracht, sondern im Haus Kimen, einer Villa, die ein paar hundert Meter vom Haupthaus entfernt ist.

Wie am Foto zu sehen ist, liegt Haus Kimen wirklich direkt am Meer. Wir waren begeistert. Rund ums Haus ist ein Garten, in dem wir in der Sonne gelegen sind. Der war nur für die Gäste des Hauses. Das heißt, wir hatten jede Menge Platz, während daneben im Garten des Hotels die Menschen dicht aneinander lagen. Ein weiterer Bonus war auch noch, dass der Parkplatz des Hauses gleich direkt daneben war.

Gespannt betraten wir unser Zimmer im Erdgeschoß. Wir hatten uns auf einiges gefasst gemacht, da das Hotel uns beim Buchen extra noch einmal darauf aufmerksam gemacht hat, dass das Haus Kimen nicht renoviert ist.

 

Was wir sahen, schreckte uns wirklich nicht ab. Das Zimmer war sauber und völlig in Ordnung. Die Einrichtung war alt, aber trotzdem noch gut in Schuss. Auffällig war, dass die Betten sehr niedrig waren. Beim ersten Mal hinsetzen habe ich mich regelrecht erschreckt. Wir haben uns aber schnell daran gewöhnt. Die Matratzen waren recht dünn, aber auch das hat nicht wirklich gestört. Das Badezimmer war hell und sauber. Da wir im Erdgeschoß gewohnt haben, haben wir das Rollo beim Badfenster nie geöffnet. Von der Idee her hätte man aber sehr schönes Tageslicht.

Wie man sehen kann, gab es bei der Dusche nur einen Duschvorhang. Wenn man da nicht achtsam war, setzte man das halbe Bad unter Wasser, weil – und manche von Ihnen warten jetzt schon darauf – der Wasserdruck nämlich ausgezeichnet war. Da wir in Cres einen Tauchkurs machten, musste ich mir jeden Tag die Haare waschen, und bei dem Wasserdruck ging das ausgezeichnet. Was leider nicht vorhanden war, war ein Fön. Und ich hatte auch keinen mitgenommen. Das war aber nicht wirklich schlimm, weil wir immer um die 30 °C hatten und dadurch die Haare gut an der Luft trocknen konnten. Es gab keine Klimaanlage. Aber das war kein Problem, da wir die an und für sich eh nie benutzen. Wir haben einfach in der Nacht die Fenster aufgemacht, damit kühlere Luft hereinkommt und hatten tagsüber alle Rollos herunten und Fenster geschlossen, um die Hitze draußen zu lassen. Das hat gut funktioniert.

Beim Verlassen des Bades musste man allerdings auch etwas Vorsicht walten lassen. Ich habe die Angewohnheit, mich am Türstock anzulehnen, wenn ich in einer Tür stehe und mit jemandem rede. Die schlafzimmerseitige Türstockverkleidung kam mir da dann doch einmal entgegen. Ich konnte sie gerade noch festhalten. Nicht schlimm – aber eher doch ein Indiz dafür, dass Haus Kimen bald renoviert werden sollte.

Gleich am zweiten Tag zeigte sich aber, dass es doch auch einen Nachteil gibt, dass das Zimmer im Erdgeschoß war. Wir hatten leider etliche tierische Besucher. So lernten wir viel über die kroatische Fauna. Zum Beispiel weiß ich jetzt, wie eine Spinnenassel ausschaut. Dieses Tierchen kannte ich zuerst nur aufgrund einer Fotosuche nach einem anderen Insekt, das ich zuerst im Badezimmer getroffen hatte. Was das war, weiß ich bis heute nicht, aber dafür war mir am Tag danach sofort klar, dass unsere neuen Besucher Spinnenasseln waren. Ich sehe sowas ja recht entspannt, aber für viele andere ist das vermutlich schlimm und ein Grund, auszuziehen. Ich fand’s spannend und lehrreich…

Wir hätten das Zimmer mit Halbpension buchen können, haben uns aber dagegen entschieden und nur das Frühstück gebucht. Das Frühstück war im Hotel. Der Frühstücksraum war hell und freundlich. Meistens aßen wir allerdings auf der Terasse. Das Frühstücksbuffet war grandios und weit mehr als 3 Sterne wert. Es gab alles, was das Herz begehrt und wir haben uns immer richtig satt gegessen. Es gab zahlreiche Wurst- und Käsesorten, auch lokale Produkte. Frisches Obst war da, Pancakes, allerlei Frühstücksflocken, eine Vielzahl an Gebäck, frische Eierspeis, wahlweise mit Käse und Gemüse. Saft kam aus Spendern, der Kaffee war an Vollautomaten zu holen. Abends gingen wir immer im Ort essen, der durch einen kurzen Spaziergang über die Strandpromenade erreichbar ist.

Direkt neben dem Haus Kimen gab es die Arti Bar, in der wir sehr nette Abende bei guter Rock- und Bluesmusik verbracht haben. Ja, man hört’s im Haus, aber nicht laut und nur bei geöffneten Fenstern. Wir fanden es nicht störend, und ich hätte auch von niemandem im Haus gehört, der sich beschwert hätte. Ja, irgendwie kennt man seine Mitreisenden, wenn man eine Woche dort ist, weil man sich im Garten doch immer wieder trifft und das eine oder andere Wort wechselt. Ich mag’s ja eher anonym im Urlaub, aber dort fand ich es ganz nett.

Eines sei noch erwähnt: Im Haus Kimen gibt es kein W-Lan. Das gibt es nur im Hotel in den öffentlichen Räumen. Wir wussten das schon im Vorfeld und fanden das auch nicht weiter schlimm. Man muss ja nicht immer online  sein.

Mein Fazit: Die Zimmer im Haus Kimen sind um einiges günstiger als im Haupthaus. Wir zahlten an die 70,- Euro pro Nacht für das Doppelzimmer, was in der Hauptsaison wirklich ein Schnäppchen ist. Das Haus Kimen bietet alles, was man braucht. Die Lage direkt am Meer ist sensationell und macht andere kleine Mängel locker wett. Falls wir noch einmal nach Cres fahren sollten, werden wir uns sicher wieder im Haus und nicht im Haupthotel einquartieren.

Meine völlig subjektive Wertung: 7 von 10 Oliven.

 

 

 

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