Subarashii, Graz

Endlich hab ich es einmal geschafft, gleich nach der Eröffnung in ein Lokal zu gehen. Erst seit diesem Wochenende hat das Subarashii am Pfauengarten geöffnet, das auch die Wunderbar, eine Cocktail- und Shishabar, beinhaltet. Oder umgekehrt.

Der Gastgarten ist auf jeden Fall sehr nett und lauschig. Vom Konzept ist das Lokal wohl am ehesten mit dem Mr. Bin am Glockenspielplatz zu vergleichen. Zum einen ist da die hippe Cocktailbar für hübsche Menschen, zum anderen eben ein Sushi-Restaurant. Auch hier erschließt sich mir die Kombination nicht ganz. Aber ich muss ja nicht alles verstehen und vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt dafür.

Das Logo ist auf jeden Fall schon einmal sehr schön.

Kaum Platz genommen, kam auch schon der Kellner. Wie in solchen hippen Bars oft üblich, gab es für uns Biertrinker keine richtige Auswahl. Heineken halt. Und das nur in klein. Aber besser als nix. Zuerst waren wir uns nicht ganz sicher, ob das Sushi-Lokal schon geöffnet hat, weil niemand im Gastgarten etwas gegessen hat. Also fragten wir vorsichtig, ob es auch etwas zu essen gibt und schon brachte uns der Kellner ein Tablet, das anscheinend die Speisekarte ist. Den Sinn dahinter habe ich nicht verstanden, um ehrlich zu sein. Im Kaoo Riverside oder Ebi mag das seine Berechtigung haben, da man dort viele kleine Gänge bestellt. Im Subarashii handelt es sich aber um eine normale Speisekarte mit normal großen Gängen. Und gerade in Corona-Zeiten hat es mich ein bisserl gegraust, das Tablet anzugreifen. Ich weiß – eine Speisekarte anzugreifen ist auch nicht hygienischer, aber bei Papier habe ich trotzdem weniger Hemmungen. Sei’s drum: Auch das muss ich nicht verstehen. Vermutlich passt es zum hippen Konzept.

Aber kommen wir zum Essen. Mag das Drumherum für mich etwas befremdlich gewesen sein, konnte das Essen durchaus überzeugen.

Die Sojasauce kam sehr stilvoll auf den Tisch.

Als Vorspeise hatten wir Gyoza.

Die waren definitiv selbst gemacht und waren nicht aus der Gyoza-Presse, sondern hatten Charakter. Geschmacklich waren sie wirklich gut. Die Füllung hatte irgendeinen grünlichen Touch und wir waren uns nicht sicher, was für die Farbe gesorgt hat. Gut waren sie auf jeden Fall. Die Sauce war eine Teriyaki-Sauce und hat gut dazugepasst. Daumen hoch!

Danach teilten wir uns eine Portion Tuna Maki.

Die waren nicht nur schön, sondern schmeckten auch gut. Der Thunfisch hatte eine schön dunkle Farbe und sie hatten auch einen netten Twist, denn mit eingerollt war Knusperreis. Geschmacklich machte das keinen Unterschied, aber es knusperte beim Essen. Und was knuspert, ist immer gut. Das Dunkle am Maki war, glaube ich, schwarzer Reis, der gut dazu passte. Alles in allem sehr gute Maki.

Mein Freund hatte als Hauptspeise ein großes Sushi-Set.

Über die Mayonnaise war er zuerst nicht sehr begeistert. Aber dann sorgte gerade diese für einen tollen Touch. Der Reis im Subarashii ist nämlich eher säuerlich. Die Säure wurde aber durch die Süße der Mayonnaise super ausgeglichen und ergänzte sich perfekt.

Ich hatte mich für das Experimental Sushi entschieden.

So experimental war es aber gar nicht. Es waren Maki mit einer Tempuragarnele und darauf befand sich eine Scheibe Cheddar und zwei verschiedene Arten von Mayonnaise, die beide sehr gut waren. Geschmeckt hat es sehr gut. Ich persönlich hätte mir unter Experimental Sushi allerdings etwas Wagemutigeres vorgestellt. Die grüne Mayonnaise konnten wir geschmacklich überhaupt nicht einordnen. Die sehr nette am Nebentisch sitzende Dame, die wohl die Chefin sein dürfte, hat für uns aber in der Küche nachgefragt und so erfuhren wir, dass es sich um Mayonnaise mit Matcha gehandelt hat. Wirklich sehr gut.

Fazit: Zu Beginn waren wir sehr skeptisch. Als das Sushi serviert wurde und mein Freund die viele Mayonnaise sah, konnte man ihm im Gesicht ablesen, dass er unsere Wahl des Lokals ernsthaft hinterfragte. Aber das Essen konnte ihn sehr positiv überzeugen und er war dann doch zufrieden mit der Restaurantwahl. Wobei ich den Begriff Restaurant nicht verwenden würde, da das Subarashii bzw. die Wunderbar im Pfauengarten eben ein Hybrid aus Bar und Restaurant ist. Ähnlich wie beim Mr. Bin finde ich auch hier die Mischung aus Cocktail- und Sushibar eigenartig. Das Sushi war aber wie gesagt gut, die Portionen auch reichlich. Ich habe leider keine Rechnung und weiß daher nicht mehr genau, was die Gerichte gekostet haben. Preislich ist man aber eher im höheren Bereich. Das Experimental Sushi zum Beispiel kostet 14,90 Euro, wenn ich mich nicht irre.

Meine völlig subjektive Bewertung: 7 von 10 Pfauenfedern

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