Mr. Bin im Glockenspiel, Graz

Als wir am Samstag durch die Innenstadt bummelten, überkam uns ein gewisses Hungergefühl. Wie wir aus den Medien erfahren haben, hat das Cafe Glockenspiel auf Japanisich umgesattelt. Da es heiß war, war Sushi genau das richtige und wir statteten dem Glockenspiel einen Besuch ab. Korrekterweise muss ich erwähnen, dass das Lokal jetzt Mr. Bin im Glockenspiel heißt, wenn ich das richtig verstanden habe. Mr. Bin sei angeblich ein bekannter Sushi-Meister. Ich habe noch nie von ihm gehört und auch eine kurze Googlesuche förderte da nichts zu Tage. Aber fürs Marketing ist die Bezeichnung sicher nicht schlecht. Und was weiß man – vielleicht ist er ja tatsächlich legendär und ich hab halt noch nie was von ihm gehört. Aber kommen wir zum Wesentlichen, dem Essen.

Auf der Karte finden sich bekannte Vorspeisen wie zum Beispiel Edamame, diverse Rolls und die üblichen Klassiker. Die Bedienung war sehr freundlich.

Als gemeinsame Speise haben wir uns für die Dragon Roll entschieden.

Die war sehr schön angerichtet. Die Sauce war Teriyaki-Sauce und hat sehr gut zum Inhalt der Rolls gepasst. Ich bin mir jetzt ehrlich gesagt nicht mehr ganz sicher, was drinnen war. Manchmal sollte man doch Detailfotos machen. Ich glaube, es war Tempuragarnele mit Avocado, darüber war Lachs. Alles in allem waren sie wirklich gut, ein harmonisches Gericht.

Ich hatte als Hauptspeise, so wie meist, das Chirashi Sushi.

Die Schale war reichlich gefüllt und mit viel Fisch bedeckt. Es war Lachs dabei, Thunfisch, Butterfisch, eine Garnele, Jakobsmuscheln und ein weißer Fisch mit einer sehr guten Knoblauchmarinade. An der Avocado hätte für meinen Geschmack ein bisschen gespart werden und dafür noch ein bisschen feingeschnittene Gurke dabei sein können. Der Reis war gut. aber nicht so gut wie beim Sakana oder beim Memori. Alles in allem aber ein gutes Chirashi und auch eine ordentliche Portion. Unter dem Reis waren noch Salatblätter, warum auch immer. Das Wasabi hätte schärfer sein können, aber auch das war okay.

Mein Freund hatte das große Sashimi-Set.

Oft kriegt man beim Sashimi ja ein Schälchen Reis dazu. Das war hier nicht der Fall. Wenn man also Reis möchte, sollte man den dazu bestellen. Die Portion war groß und der Fisch auch hier von guter Qualität. Der Kaviar, rechts zu sehen, war ein netter Touch und auch sehr gut.

Eine kleine Anekdote zum Abschluss: Wir wollten ja auch noch die Tamago-Nigiri bestellen. Der Kellner kam nach kurzer Zeit wieder zurück und meinte sehr charmant, dass es leider kein Tamago gibt, da die Lieferung japanische Eier nicht angekommen sei. Echt jetzt? Wenn Mr. Bin für das Tamago tatsächlich japanische Eier verwendet, ist das ressourcentechnisch wirklich ein Wahnsinn. Ich glaube, dass sich österreichische Eier genauso gut für Tamago eignen. Und wenn’s nur eine Ausrede war – was ich hoffe – wäre ein einfaches “Tamago ist leider aus.” die bessere Alternative, die für weniger Stirnrunzeln sorgt.

Fazit: Das Sushi beim Glockenspiel ist auf jeden Fall gut und liegt für mich auf einer Linie mit den Yamamotos unter neuer Führung, kommt aber für mich nicht an das Memori oder Sakana heran. Dennoch sehr gut. Im Preis-Leistungs-Verhältnis (Rohfisch zu Euro) fährt man mit dem Chirashi Sushi besser, das 16,90 Euro kostet. Das Sashimi-Set kostet doch 23,90 Euro und enthält nicht so viel mehr Fisch. Die Dragon Roll war auch sehr gut und hat 15,90 Euro gekostet. Teuer waren die Getränke, muss ich sagen. Aber das liegt wahrscheinlich an der In-Location. Für einen Apfelsaft gespritzt auf 0,5 ist 4,10 Euro doch ein stolzer Preis.

Meine völlig subjektive Bewertung: 7 von 10 japanischen Eiern

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