Die Klöcherperle, Graz – mittlerweile geschlossen

Edit 28.11.2019: Die Klöcherperle hat in dieser Form mittlerweile geschlossen. Dort findet sich jetzt das Al Pomodoro.

Ich habe lange überlegt, wie ich mehrere Besuche desselben Restaurants handhabe und bin zu dem Entschluss gekommen, das es durchaus in Ordnung ist, Lokale öfters zu besprechen, da ein Besuch ja nur eine Momentaufnahme ist.

Wir essen gerne Wild, und so mussten wir der Klöcherperle zu deren Wildwochen definitiv einen Besuch abstatten. Aufmerksame Lesende wissen, dass ich das Lokal bereits einmal besprochen habe. Damals gab ich 6 von 10 Mickey Mouse-Schnitzerln. Schauen wir, wie es uns diesmal gefallen hat.

Mein Freund bestellte als Vorspeise die Kastanien-Schilcher-Suppe. Ich war sehr gespannt, da gerade die Suppe beim letzten Besuch nicht so gut abgeschnitten hatte.

Ich habe die Suppe natürlich gekostet und fand sie gut. Sie war durch die Kastanien natürlich recht süß, der Schilchergeschmack kam gut durch. Eine interessante Kombination! Mir wäre jedoch die ganze Portion zu viel gewesen aufgrund der Süße. Aber sie war wirklich gut.

Ich wählte als Hauptspeise das kurz gebratene Hirschschnitzel in Kräuterpanier mit Kartoffel-Pilz-Knödel und konfiertem Kürbis. Ich war mir nicht sicher, ob das jetzt eine normale Schnitzelpanier mit Kräutern ist, aber der Knödel ließ mich doch auf etwas anderes hoffen. Denn wo es einen Knödel gibt, gibt es meist auch Sauce.

Und so war es auch. Es war keine Bröselpanier, sondern tatsächlich Kräuter, in denen das Hirschschnitzel gewendet wurde. Mir schmeckte das sehr gut. Der Hirsch war ausgezeichnet, nicht trocken, ausgezeichnet im Geschmack. Der Knödel war auch gut. Er hatte eine gute Pilzfülle – wobei ich mir beim Knödel nicht hundertprozentig sicher bin, ob das nicht doch ein Convenience-Produkt ist, weil er so dermaßen perfekt ausgeschaut hat. Im Zweifel natürlich für den Koch – wenn der den so perfekt gleichmäßig hinbekommt, ist das nicht schlecht. Wobei mir da der Witz mit dem einarmigen Koch einfällt… Egal. Kommen wir zum Kürbis: Der war auch wirklich gut. Ich hab’s ja eigentlich nicht so mit Kürbis als Beilage, aber in der Form ließ ich ihn mir gerne schmecken.

Kommen wir zum anderen Hauptgericht. Mein Freund bestellte das Wildragout mit Semmelknödel und Rotweinbirne.

Normalerweise wäre auch Rotkraut dabei, auf das mein Freund aber verzichtete. Dafür bekam er einen zweiten Knödel, was sehr nett war. Ich hab natürlich auch gekostet und war ebenfalls begeistert. Das Fleisch war richtig zart, die Sauce hatte einen sehr guten Geschmack. Die Rotweinbirne war auch gut, aber wirklich sehr rotweinig. Wenn ich die gegessen hätte, wäre ich vermutlich betrunken gewesen. Ich vertrag ja nix. Auch die Knödel waren gut.

Fazit: Wir waren vom Wild in der Klöcherperle wirklich angetan. Alle Speisen waren sehr gut. Da kann man nicht meckern. Hervorheben möchte ich auch noch die wirklich nette Kellnerin, die uns perfekt bedient hat. Vielleicht irre ich mich, aber sie machte den Eindruck, als hätte sie das ganze wirklich als Lehrberuf absolviert – das findet man ja heute in der Gastronomie in der Unigegend schon eher selten. Ich kann auf jeden Fall nur empfehlen, der Klöcherperle einen Besuch abzustatten. Die Wildtage laufen noch bis zum 28. Oktober!

Meine völlig subjektive Bewertung: 8 von 10 Hirschgeweihen. Diesmal hat wirklich alles gepasst.

 

 

 

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