Preschan am Mehlplatz

Seit einiger Zeit residiert in den Räumen des ehemaligen Hoppalas ein Restaurant namens Preschan am Mehlplatz, das mit dem Spielzeugmuseum zusammenhängt. Wir waren mittags in der Innenstadt, hatten Hunger und beschlossen daher, das Lokal auszuprobieren.

Wir nahmen im Gastgarten Platz, wo uns eine Spielzeugfigur kokett ihr Hinterteil entgegenreckte. Abgesehen davon ist es schon schön, am Mehlplatz im Gastgarten zu sitzen Hier herrscht eine wirklich südländische Atmosphäre. Ein Gastgarten neben dem anderen, dazwischen flanierende Menschen – sehr angenehm und abwechslungsreich. Für Puppenphobiker war unsere Hälfte des Gastgartens aber nicht geeignet, denn wir hatten neugierige Beobachter.

Bei der Lage, in der Kombination mit dem Spielzeugmuseum, stellte sich mir die Frage: Touristenfalle oder lohnt sich der Besuch?

Die Kellnerin brachte uns alsbald die Speisekarte. Die Auswahl an Speisen ist wirklich groß. Was mir sofort auffiel, waren die doch sehr stolzen Preise. Unter der Woche gibt es die Gerichte um 8,80 Euro, am Wochenende waren die meisten davon aber doch um einiges teurer.

Zum Beispiel schlug das von mir bestellte mit Schinken und Käse überbackene Grillkotelett mit Rosmarinkartoffeln mit 16,90 Euro zu Buche.

Alle Speisen werden anscheinend in viereckigen Reindln serviert. Die Portion war groß. Es waren zwei Stücke vom Karee und eines vom Schopf. Darauf war Schinken und Käse. Weder der Schinken noch der Käse waren von hoher Qualität – zumindest haben sie nicht danach geschmeckt und auch nicht danach ausgesehen. Alles in allem war es gut, aber nichts Besonderes. Um 16,90 Euro kriegt man anderswo schon einen richtig tollen Grillteller oder ein kleines Steak…

Mein Freund hatte das Schnitzel.

Auch hier war die Portion ordentlich, aber das ganze schmeckte eher nach einem typischen Bröselflieger in einem Ausflugslokal. Wenn jemand noch nie ein Schnitzel gegessen hat, findet er das sicher gut und freut sich. Wenn man aber gelernte/r Österreicher/in ist, ist man anderes gewohnt. Ich erinnere hier zum Beispiel nur an die Schnitzel in Der Prasserei, im Arkadenhof in Leoben, beim Kramerwirt oder in der Alten Münze. Da sieht man schon auf den Fotos, dass die Qualität unterschiedlich ist. Ich befürchte ja, dass das Schnitzel beim Preschan schon länger vorher paniert wurde. Gekostet hat das Schnitzel 11,90 Euro.

Fazit: Ich sag’s nur ungern, aber für mich zeigt der Zeiger eher in Richtung Touristenfalle. Im Preschan am Mehlplatz kommen Touristen auf ihre Kosten – pun intended 😉 Das Essen ist jetzt nicht schlecht, aber doch von der Qualität z. B. der benachbarten Herzl weit entfernt – und das bei teilweise teureren Preisen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin beim Essengehen kein Schnorrer und zahle auch durchaus gerne mehr für gute Qualität, regionale Zutaten etc. Die Portionen im Preschan sind im Vergleich vielleicht größer als in anderen Lokalen, aber schiere Größe rechtfertigt das Mehr an Preis meiner Meinung nach nicht. Ich hätte mir durchaus kleinere Portionen gewünscht, aber dafür mehr Qualität. Unter der Woche ist das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessener, da man dann wie erwähnt nur 8,80 Euro für die Speisen zahlt. Was den Mehrpreis allerdings eventuell rechtfertigt, ist der gratis Eintritt ins Spielzeugmuseum für Restaurantgäste. Das kann ich aber nicht beurteilen, da wir dafür keine Zeit hatten.

Meine völlig subjektive Bewertung: 6 von 10 Porzellanpuppen

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